| Nicht nur die Nacht hat
viele Seiten. Genau so wandlungsfähig ist auch Steve Hackett, der
am 12. Febuar 1950 im Londoner University College Hospital zur
Welt kam.
Schon früh war er von der Musik und der Wirkung die sie auf
die Menschen haben kann gefesselt. Sein erstes Instrument war die
Mundharmonika auf der er für seine Mitschüler in der Grundschule
spielte.
"Auf dem Pausenhof bildeten sie mein Publikum und ich
habe plötzlich gemerkt wie ich Menschen mit meiner Musik
beeindrucken kann."
"Mein Vater erzählte mir das er um mich als Kind glücklich
zu machen nur drei Dinge brauchte - ein Bett, einen Stuhl und eine
Gitarre."
Steves Vater war Maler - in einer Armeekapelle spielte er
verschiedene Blasinstrumente. Seine Mutter arbeite in der Werbung.
John, sein jüngerer Bruder, sollte später Flötist werden und
immer wieder auf Steves Alben und Tourneen als Gastmusiker
auftreten.
Als Steve begann die Gitarre zu lernen zeigte ihm sein Vater
die drei Griffe die er beherschte. Aber erst im Alter von dreizehn
sollte er anfangen sie richtig spielen zu können, da dem
"kleinen schmächtigen Vierauge" die Gitarre bis dahin
viel zu groß war.
Mit fünfzehn kaufte er sich seine erste elektrische Gitarre für
£14 und einen Verstärker für £30.
"Es war ein japanisches Modell. Ein furchtbares Teil, aber
ich hätte mir das damals nie eingestanden. Sie hatte Tonabnehmer
aus Kunststoff, eigendlich bestand sie nur aus Plastik aber für
mich hatte sie genau den richtigen Sound. Als Kind hörte mann um
sich herum das Gängige , und dann auf einmal gab es ganz andere
Musik - Cliff and the Shadows. Den Stones fühlte ich mich aber näher
- bei ihnen lag auch ein größeres Klanggewicht auf der
elektrischen Gitarre und der Mundharmonika."
Mit 16 ging er vorzeitig von der Sloane Grammer School ab um für
ein halbes Jahr einen ersten Job bei der Stadtverwaltung
anzutreten. Es folgten Stellen bei einem Rechtsanwalt, als Bote
und vieles mehr. Letztendlich landete er in einer Druckerei die
ihm einmal in der Woche frei gab um die Schule abzuschließen.
Schon während der ganzen Zeit gab er regelmäßig Anzeigen im
Melody Maker auf um eine Band zusammen zu stellen. Aber jedesmal
gab es Probleme - da ja alle tagsüber Arbeiten mußten und nur
wenig Zeit zum Proben blieb. Ein Schulfreund brachte ihn dann mit
einer Band namens Canterbury Glass zusammen und mit ihnen hatte er
seine ersten Auftritte - allerdings mit der Mundharmonika.
Dann bot sich die Möglichkeit bei einer anderen Band als regulärer
Gitarrist einzusteigen. Steve gibt aber zu das er bei Quiet World
nur anfing weil sie bereits einen Plattenvertrag hatten. 1970
erschien so das Album "The Road". Aber als Perfektionist
wollte er sich und sein Spiel entwickeln. "Es ist ein Zwang,
eine Besessenheit. Und es ist ja eine unendliche Landschaft. Schon
als ich begann war es wundervoll wenn ich wieder einen neuen
Akkord fand. Das war die Entdeckung einer anderen Welt. und ich
glaube bis heute daran, daß man immer neue Triumphe feiern kann
wenn man nur dabeibleibt und weitermacht."
Die Biografie wird sobald wie möglich erweitert
- bitte ein wenig Geduld.
René Geilenkirchen - Juni 1998
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